Auszeichnungen & Rankings · 21.11.2011

Toi, Toi, Toihaus

76_2Get Toi Get her“, MdM Rupertinum, Dommuseum und Stefan Zweig Zentrum mit den besten Kulturplakaten des Jahres 2011.

Progress, ORF und natürlich Stadt und Land Salzburg gratulieren! 

 

Überschäumend vor Kreativität, witzig und versiert: So präsentiert sich Salzburgs Kunst-und Kulturszene, wenn es um Außenwerbung geht. „Wir sind nicht nur Festspiele und Gala für die Etablierten, wir sind auch sperrig, subversiv augenzwinkernd“, resümiert Salzburgs Bürgermeister Dr. Heinz Schaden, der gemeinsam mit Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner die besten Kultur-Plakate des Jahres 2011 auszeichnete, im Landesstudio Salzburg des ORF, dessen Intendant Prof. Siegbert Stronegger Mitinitiator der von Progress ins Leben gerufenen Aktion ist. Jährlich kürt eine Expertenjury die kreativsten Kulturplakate, die in Stadt und Land Salzburg affichiert wurden und vergibt drei Preise: „3.000 Euro für den Sieger und zusätzlich eine kostenlose Affiche für 300 Flächen, 2.000 für den zweiten und 200 Freiflächen, 1.000 Euro für den dritten und 100 Gratisplakatflächen.“

Kulturplakatpreis-2011-Gewinnergruppe_Foto1

4 Preise für 2011: von Toihaus bis Zweig

2011 gibt es sogar 4 Preise, wie Fred Kendlbacher, Geschäftsführer der Progress Salzburg augenzwinkernd verkündet: „Sieger ist ‚Get Toi Get her’, eine witzige Interaktion mit Nacktschnecken des Toihauses. Den zweiten Preis teilen sich zwei Künstlerinnen: Ilse Haiders Personale im Rupertinum, veranstaltet vom Museum der Moderne, und die Musterzimmer-Schau von Franka Kaßner im Dommuseum. Den dritten Preis schließlich holt sich das Stefan Zweig Center Salzburg mit dem Plakat zum Zweig-Herbst.“

Kunst im öffentlichen Raum hat viele Facetten“, so Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. David Brenner: „Sie motiviert zum Besuch von kulturellen Veranstaltungen, ist also mobilisierende Information. Und sie ist eben selbst Kunst, Ausdruck von Kreativität. Letztendlich ist sie ein Bewusstseinsinstrument: Innehalten im Alltag, stehen bleiben. Und das mitten im Lärm der lauten, kommerziellen Reklame. Für dieses kulturelle Engagement bin ich der Progress ebenso dankbar wie dem ORF. Schließlich tragen sie zur Popularisierung von Kunst und Kultur im besten Sinne des Wortes bei.“

Der Kulturpreis soll junge Avantgarde ebenso unterstützen wie etablierte Institutionen des Kulturgeschehens: „Kultur ist unteilbar, sie ist ein gesamtgesellschaftspolitisches Statement“, sagt Bürgermeister Dr. Heinz Schaden. „Kultur findet deshalb auch in jedem Medium statt – gleichgültig ob es ein elektronisches, wie der ORF ist, oder eines im öffentlichen Raum, der allen gehört“ so Prof. Siegbert Stronegger.

Dominik Sobota, Prokurist der Progress, verweist auf das dichte Kulturnetz, das die Progress aufgebaut hat: „Wir haben für die Kulturwerbung ein breites Portfolio vom klassischen Plakat über die Kleinflächen, Litfaßsäulen und die sogenannten Stromkästen bis hin zum City Light und in Sonderfällen dem Rolling-Board. Damit können wir inszenieren: Auch das ist ein kulturelles Moment.“

 

Die Preisträger

1.Preis
Toihaus Theater
Grafik-Design: Hermann Resch

1.Platz_Sandra-Schwaighofer 

 

Ex aequo zwei 2.Plätze:
2.Preis
Museum der Moderne-Rupertinum
Grafik-Design: Barbara Mc Fadden

2_Platz_Susanne-Susanka_Gottfried-Paulus

 

2.Preis
Dommuseum zu Salzburg
Grafik-Design: Eric Pratter

2_Platz_Eric-Pratter_Heidi-Pinezits-1

 

3.Preis
Stefan Zweig Centre Salzburg
Grafik-Design: Carola Wilkens

3_Platz_Zweigherbst

 

Ein Sturzbach kreativer Einfälle

Kunst per se – das sind die aus allen Kulturplakaten 2011 ausgewählten Siegermotive. Allen voran das Toihaus. Laudator Prof. Siegbert Stronegger hat auf Basis von Eva Möseneder die Plakate beschrieben und die Urteile begründet.

 

1. Preis: Toihaus „Get Toi Get Her“ oder Nachtaktive Gartenfeinde
Mit „schleimigen Antistars“ als Blickfängern bewirbt das Toihaus ein „Nachtaktiv“ Stück für eine Schauspielerin, eine Tänzerin und einen Musiker. Dabei kann man wieder Mehrdeutigkeiten assoziieren. 
Etwas mysteriös bleibt sie, diese Aufforderung“ Get Toi Get Her“ bezieht sich das „Get Her“ auf die Schnecke, oder doch jemanden ganz anderen? 
Aber gerade auf Grund dieser nicht eindeutigen Aussage bleibt uns die Botschaft im Gedächtnis haften und wirkt weiter. 
Bezieht sich das „Nachtaktiv“ nun auf die Schnecken oder doch die Akteure des Stückes? 
So mehrdeutig die Textaussagen bei dieser gelungenen Plakatgestaltung sind, so klar gegliedert ist der visuelle Aufbau dieses Plakates. Die leichte Schattensetzung bei der klaren Blockschriftgestaltung bewirkt einen dreidimensionalen Effekt, das Ausschnitthafte wird durch die angeschnittenen Schnecken betont, sowohl der reale als auch der gedachte Bildraum erweitert sich. Mit Witz, Humor und feinen Mehrdeutigkeiten werden mit diesem Plakat nachhaltig Botschaften im Gedächtnis des Betrachters verankert. 
Noch kriechen die Schnecken munter über die in großen, schwarzen Blockbuchstaben gesetzte Nachricht „Get Toi Get Her“. Eine hat es sich sogar auf einer Erdbeere gemütlich gemacht und durch ihr Gewicht den Buchstaben „I“ im Wort „Toi“ in eine bedenkliche Schräglage gebracht.

 

2. Preis: MdM Rupertinum Ilse Haider oder die Strümpfe mit Auswüchsen
Adrett stehen weiß bestrumpfte Damenbeine in rot glänzenden Lackschuhen auf einem Treppenabsatz vor uns. Eigentlich ein unspektakuläres Bild: Wären da nicht diese eigenartigen Auswüchse auf den Strümpfen. Sie erinnern an kleine Krater mit roter Substanz in der Mitte. 
Je länger man sie betrachtet, desto irritierter wird man: Ist das nun ekelig oder doch schön? 
Und dann passiert es – durch die Verwirrung dieser konträren Begriffe werden uns die Beine fremd, sie werden zum Kunstobjekt. 
Mit dieser Arbeit von Ilse Haider bewirbt das Museum der Moderne ihre Personale im Rupertinum. 
Hauptaugenmerk dieser Plakatgestaltung ist vorrangig die Arbeit der Künstlerin. Die subtile Auswahl des Bildes und die einfühlsame Gestaltung des Plakates geben uns einen Vorgeschmack auf das Kunstschaffen Ilse Haiders und machen neugierig auf mehr.

 

2. Preis: Dommuseum Franka Kaßner oder Frauenzimmer im Musterzimmer
Die Arbeit der Künstlerin Franka Kaßner steht im Zentrum. Die Plakatgestaltung ordnet sich der Bildaussage der Künstlerin unter. Das Bild rückt in den Vordergrund. Es wird ihm im doppelten Sinn Raum gegeben, um seine ruhige, poetische Stille zu entfalten. Die geheimnisvolle Aura des gezeigten Raumes sowie der Titel „Musterzimmer“ geleiten uns in die Innenwelten von Franka Kaßner: Diese Plakatgestaltung demonstriert in überzeugender Form die Grundregel, dass weniger oft mehr ist.

 

3. Preis: „Zweigherbst“ Stefan Zweig Center Salzburg oder der wache Blick
Mit forschendem Blick begegnet dem Betrachter der Schriftsteller Stefan Zweig, dessem Oeuvre die Veranstaltungsreihe „Zweigherbst“ gewidmet ist. Klar abgegrenzt präsentieren sich Bildebene und Schriftgestaltung. 
Das Portrait in bräunlichen Tönen alter Fotografien, darüber steht schräg in starker Signalfarbe, fast wie eine Banderole angeschnitten, der Titel „Zweigherbst". Ganz unten stehen in linksbündigem Blocksatz zweifarbig Ort und Art der Veranstaltungen. Stimmung und Zeit der Präsentation fallen gewissermaßen ineinander.

 

Aussender:
Fred Kendlbacher, Dominik Sobota
Progress Salzburg Außenwerbung Ges.m.b.H.
Franz-Sauer-Straße 30
5020 Salzburg
www.progress-werbung.at