Medien · 15.01.2008

Revolution im Barockrahmen

Martin Strauss inszeniert mit Gewista Kunst im öffentlichen RaumDie goldenen
Rahmen erinnern eher an museales und gut bürgerliches Interieur:

Die teilweise abstrahierenden, konstruktivistischen Elemente die man sieht, entpuppten sich bei näherer Betrachtung als Ausschnitte bekannter Firmenlogos wie Siemens, Generali, Wiener Städtische, Taxi 31300, Lidl, Merkur und Ö3. Und das auf 24-Bogen-Plakaten der Gewista 750 Mal in Wien.

Martin Strauss, der schon seit Jahren spektakuläre Kunstinszenierungen im öffentlichen Raum entwickelt, hat diesmal eine dritte Ebene eingefügt und den Widerspruch verdichtet: da ist einmal der Rahmen, der auf das Interieur verweist, die durch Vergrößerung und Wahl eines beliebigen Ausschnittes hergestellte Verstümmelung von bekannten Unternehmens-Trademarks und das dadurch auftretende Spannungsverhältnis zwischen kommerzieller Logo-Grafik und bildender Kunst wie Kubismus, Konstruktivismus oder Abstrakte. Manches erinnert an Wassily Kandinsky, anderes an Piet Mondrian oder Kasimir Malewitsch.

Provokation im besten Sinne des Wortes ist Anliegen von Martin Strauss: "Ich suche und provoziere - im Sinne von Hervorrufen - den Diskurs und die Auseinandersetzung im öffentlichen Raum, die Verletzung des Tradierten, die Ironisierung des Kommerzes und gleichzeitig die Wirkung von Bild als solchem im öffentlichen Raum. Die Plakatflächen sind der Träger dafür."

"Wir unterstützen die Aktionen von Martin Strauss schon von Beginn an", so KR Karl Javurek, Generaldirektor der Gewista, "weil wir sie für erstklassig halten und weil sie bewusst mit unserem Kernmedium spielt - dem Plakat.

Die Gewista steht in ihrem Kultursponsoring konsequent für Kunst im öffentlichen Raum: als Initiator, Ermöglicher und vor allem als Multiplikator. Denn kein Medium außer Out of home kann so rasch und intensiv öffentlichen Diskurs entfachen wie das Plakat."

Dass auch werbetreibende Unternehmen durchaus den Mut zur öffentlichen Ironisierung haben, beweist deren Zustimmung zur Aktion und kulturelles Basisverständnis. "Die Unternehmen machen gerne mit, für sie ist es Experiment und Inszenierung zugleich", so Martin Strauss.

Die Kunstaktion auf den Plakatflächen der Gewista geht den gesamten Jänner 2008 über - auf etwa 750 24-Bogen-Großflächen in ganz Wien.









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