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Der Design-Wettbewerb des Außenwerbekonzerns EPAMEDIA ging dieses Jahr in die zweite Runde. Das Interesse an der international ausgeschriebenen „Public Space Design Competition“ war sehr groß. Es gab mit 94 eingereichten Arbeiten, im Vorjahr waren es 28, einen Rekord an Interessenten. Die Jury bestand aus sieben Mitgliedern und wählte unter der Vorsitzenden Architektin Katharina Fröch aus den eingereichten Arbeiten die Plätze Eins bis Drei - darunter zwei zweite Plätze - und vergab einen Anerkennungspreis. „Der Schwerpunkt lag heuer stärker als im Vorjahr auf dem architektonischen Aspekt, was besonders durch die Einbindung der Kammer für Architekten gewährleistet wurde. Es bedurfte mehrerer intensiver Diskussionsrunden. Das Votum für die Sieger war zum Schluss aber einstimmig“, betonte Fröch. Die Siegerehrung fand am 2. Dezember im Architekturzentrum Wien statt. Außenwerbung und Architektur zusammenführen
„Bei der Design Competition ging es uns um einen Dialog mit der Jugend. Wir wollen erreichen, dass sich Architekturstudenten stärker mit den Themen Public Space und Außenwerbung auseinandersetzen. Das Thema Außenwerbung kommt im Architekturstudium nur selten vor - es ist aber ein elementarer Bestandteil des öffentlichen Raums und sollte auch als solcher begriffen werden. Jeder von uns kennt Beispiele von öffentlichen Räumen, in denen Werbung fehl am Platz oder sogar störend wirkt. Sie könnte aber in vielen Fällen stimmiger sein, und sollte im Idealfall bereits mit der Planung der öffentlichen Räume mitwachsen. Ich appelliere an die Stadtpolitiker und Raumplaner, dass sie auf diesen Aspekt stärkeres Augenmerk legen“, erklärt EPAMEDIA-Chef Heinrich Schuster die Beweggründe des Design-Wettbewerbs. Epamedia habe von zwei preisgekrönten Einreichungen des Vorjahres zunächst Prototypen angefertigt, die auf den Medientagen im Herbst zu sehen waren und großen Anklang fanden. „Derzeit sind wir mit den Prototypen bei den Gemeinden unterwegs, um über eine mögliche Installation im Public Space zu sprechen. Ich hoffe sehr, dass es Umsetzungen geben wird“, führt Schuster weiter aus.
Die große Überraschung gab es nach der Kür des ersten Platzes
Bei der Kür des ersten Platzes gab es eine große Überraschung. Unter den 94 eingereichten Arbeiten - die Einreichenden blieben anonym - kristallisierten sich für die Juroren schnell die Favoriten heraus. Der erste Platz geht, wie im Vorjahr, an die Innsbruckerin Melanie Hammerschmidt. Sie konnte mit dem Laufrad „Der Berg ruft“ die Juroren abermals überzeugen. Auch Jury-Mitglied Peter Lammerhuber, CEO der GroupM zeigte sich überrascht: „Dass die Vorjahres-Siegerin wieder gewinnt, hat keiner gewusst - aber dann haben wir alle gelacht. Für uns hat einfach die beste Einreichung gewonnen.“ Katharina Fröch hatte, ohne von der Schöpferin zu wissen, von Beginn das Projekt von Hammerschmidt favorisiert. „Wir kannten die Einreicherin nicht. Es ist ein neues Möbel mit Nutzen und Werbeflächen und hat aufgrund der guten Ausarbeitung gewonnen.“ Im breiten Laufrad wird dem Betrachter mittels Bilder suggeriert, er erklimmt einen Berg oder geht am Strand, während an der Außenfläche eine Werbebotschaft, bewegt vom Betrachter im Inneren, vorbeizieht. „Dieser Werbeträger funktioniert ähnlich einem Daumenkino und wird ohne Strom bewegt“, erläutert Hammerschmidt. Zwei interaktive Projekte teilen sich den zweiten Platz
Den zweiten Platz teilen sich die beiden Arbeiten „Size me“ und „re:acting billboard“. Bei „Size me - Get it Personalized“ werden Passanten selbst zu einem Element eines interaktiven Plakats. Ein über den Köpfen an einem Gestänge schwebender Sensor überträgt per Bluetooth die gemessenen Distanzdaten an einen im Plakat befindlichen Miniatur-PC. Der PC errechnet die Körpergröße des vor dem Plakat stehenden Menschen. Das Messungsergebnis des Distanzsensors wird auf dem neben oder über dem Plakat montierten LED-Display in verschiedenen Farben ausgewiesen – „Du bist 178 cm groß.“ Interaktiv ist auch das „re:acting billboard“ von Christoph Elmecker. Seine Idee ist eine digitale Plakatwand, die auf die Betrachter-Frequenz reagiert. „Je nachdem, wie viele Personen sich vor der Plakatwand aufhalten, steigert sich die Anzahl der gleichzeitig präsentierten Sujets, allerdings wird die Fläche immer kleiner, das Gesamtbild immer differenzierter, fragmentierter und unüberschaubarer. Sensoren erfassen die Personenzahl, Position und Bewegung und steuern punktuell die Bildfolge und Bilddichte. Befindet sich niemand vor dem Plakat, geht die Anzahl der Sujets langsam wieder zurück“, erklärt Elmecker. Auf Platz drei landete „Unitad“. Die Arbeit von Viktoria Platzer erlaubt die Gestaltung innovativer Werbeeinheiten, welche als Anbringungsmöglichkeit eine Vorrichtung für freistehende Werbeelemente bieten. „Durch die Verwendung freistehender Objekte sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt“, betont Viktoria Platzer. „Es gibt keine anderen Objekte, wie beispielsweise Rahmen, auf die Rücksicht genommen werden muss.“ Das Konzept funktioniert in der Horizontalen ebenso wie in der Vertikalen - aber auch integriert in Haltestellen und U-Bahnstationen, Lifte, Wartehallen. Das Novum ist die neuartige Form der Montage. „Der große Vorteil ist, dass wenn keine Buchung des Units besteht, es keine leeren Wände gibt, da die Fläche der Anbringungsmöglichkeit selbst im Boden so gering ist und nicht negativ auffällt“, so Platzer. Sonderpreis für ein Kühlobjekt
Die Jury vergab zudem einen Sonderpreis: „Keep Cool“ von Karin de Sisti und Magdalena Schwarz ist ein „Werbebaum“, der an einem Kanaldeckel angeschraubt werden kann. Wasser wird in Schläuche gepumpt, diese in die gewünschte Position gebracht und mit Hilfe von Kühlflüssigkeit, die in einem Kreislauf durch die dünneren Schläuche fließt, langsam zum Vereisen gebracht. Gleichzeitig wird die Folie, in der das ganze Objekt eingepackt ist, vakuumiert. Durch das Entziehen der Luft entsteht die endgültige Aussteifung des Objektes. Peter Lammerhuber nennt „Keep Cool“ eine „große Idee“ - aufgrund der schwierigen Einsetzbarkeit war auch er für die Vergabe des Sonderpreises. Jury-Mitglied Alois Schober über die Menge „positiv geschockt“
Die Jurymitglieder zeigten sich von der Qualität der Einreichungen zur Public Space Design Competition 2008 angetan. Alois Schober war „positiv geschockt“ über die Menge an Einreichungen im Vergleich zum Vorjahr. Peter Lammerhuber plädiert jedenfalls an alle Studenten, „nicht aufzugeben und weiter bei solchen Wettbewerben einzureichen“. In der Jury waren: Vorsitzende Katharina Fröch, Architektin und Vorsitzende der Kammer für Architekten und Ingenieurskonsulenten Peter Lammerhuber (CEO Group M) Sabine Gretner (Gemeinderätin, Die Grünen) Erich Petuelli (MA 19 - Architektur und Stadtgestaltung, Öffentlicher Raum) Kai Stania (Architekt und Designer) Alois Schober (Geschäftsführer Young & Rubicam Vienna) Christian Jonak (Leiter der Technik bei EPAMEDIA & Architekt) |