Berichte und Studien · 21.03.2012
Netzneutralität: Freie Fahrt am Datenhighway?
FH St. Pölten liefert Fakten und Perspektiven für die Debatte über Netzbewirtschaftung und deren Folgen für die Medienkultur
St. Pölten, 21. März 2012 - Fundierte Information zum sensiblen Thema Netzneutralität wird in Österreich nun erstmals in Buchform von der FH St. Pölten zur Verfügung gestellt. Damit gelingt den MitarbeiterInnen des Instituts für Medienwirtschaft ein Beitrag zur Objektivierung einer zunehmend intensiv geführten Debatte. In dieser geht es um den aktuellen Stand des Zugangs zum Netz und die Auswirkungen von zukünftigen Regulierungsmaßnahmen - und damit auch um das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Chancengleichheit elektronischer Medien. Bereits vor einigen Monaten hat die FH St. Pölten daher hochrangige ExpertInnen zum Gedankenaustausch eingeladen. Ihre Ansichten zum Thema werden nun in einem umfassenden Sammelband veröffentlicht.
Die EU-Kommission ist ins Netz gegangen: Diskussionen über eine EU-weite Regulierung des freien Zugangs zum Internet lassen die Wogen derzeit hoch gehen. Im Kern der Debatte geht es dabei sowohl um elementare Grundrechte als auch um wirtschaftliche Interessen. Themen, die man nicht so schnell ad ACTA legen möchte. Bereits im Juli des vergangenen Jahres hat die Fachhochschule St. Pölten daher angesehene ExpertInnen zum Gedankenaustausch zu diesem Thema eingeladen - und veröffentlicht nun in einem Sammelband deren Analysen als Beitrag zur Objektivierung der Debatte.
"Diskriminierungsfreie Übertragungspflicht bedeutet aber auch, dass die Netzbetreiber und Netzbetreiberinnen auf Art, Herkunft, Zielort oder Inhalte keinen Einfluss nehmen dürfen", so Prof. Mag. Dr. Tassilo Pellegrini vom Department Wirtschaft der FH St. Pölten. Wird die Netzneutralität durch zukünftige Regulierungen eingeschränkt, so könnten die TelekommunikationsnetzbetreiberInnen ihre Services zu geänderten Konditionen anbieten und beim Verkehrsmanagement im Netz nach der Art der übertragenen Inhalte differenzieren. Dadurch könnten sich sowohl EndkundInnen als auch Content-Provider zunehmend in einem Zwei-Klassen-Netz wiederfinden. Den Vorrang im Netzverkehr würde dabei die Zahlkraft bestimmen. "Damit könnten kleinere InhaltsanbieterInnen, wie gemeinnützige und nichtkommerzielle Initiativen, ins Hintertreffen geraten", erläutert Prof. Dr. Jan Krone vom Institut für Medienwirtschaft an der FH St. Pölten.
Einen wertvollen Beitrag dazu liefert nun die Publikation "Netzneutralität und Netzbewirtschaftung", die die Ergebnisse des Workshops "Medienvertrieb in Telekommunikationsnetzwerken - Netzneutralität und Netzbewirtschaftung im Spiegel von Gesellschaft, Politik, Technologie und Ökonomie" von Juli 2011 zusammenfasst. Darin wird der netzpolitische Status Quo genauso unter die Lupe genommen wie mögliche zukünftige Folgen für die multimediale Kommunikation im Netz. Der Band wird am Freitag, den 23. März 2012 an der FH St. Pölten der Öffentlichkeit vorgestellt.
Morgen, Donnerstag, 22. März, 12 Uhr werden Dr. Pellegrini und Dr. Krone vom Institut für Medienwirtschaft live im Gespräch mit Anna Michalski im "CampusTalk", dem Wissenschaftsformat von Campus & Cityradio 94,4 zu hören sein.
Livestream unter: www.cr944.at
Über die Fachhochschule St. Pölten
Die Fachhochschule St. Pölten ist Anbieterin praxisbezogener und leistungsorientierter Hochschulausbildung in den Themengebieten Medien, Informatik, Verkehr, Gesundheit und Soziales. In mittlerweile 16 Studiengängen werden rund 2.000 Studierende betreut. Neben der Lehre widmet sich die FH St. Pölten intensiv der Forschung. Die wissenschaftliche Arbeit erfolgt innerhalb der Kompetenzfelder Medientechnik, Medienwirtschaft, IT-Sicherheit, Simulation, Schienenverkehr, Gesundheit und Soziales. Es erfolgt ein stetiger Austausch zwischen Studiengängen und Instituten, in denen laufend praxisnahe und anwendungsorientierte Forschungsprojekte entwickelt und umgesetzt werden.
Wissenschaftlicher Kontakt:
Prof.(FH) Mag. Dr. Tassilo Pellegrini
Fachhochschule St. Pölten
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