Medien · 13.11.2008
Genscher plädiert für neue Weltordnung
EPAMEDIA-Osteuropa-Symposium: Aufbruch in neue Zeiten Beim Osteuropa-Symposium, zu dem die EPAMEDIA-Gruppe am 11. November in die Akademie der Wissenschaften geladen hatte, waren etwa 300 Gäste gekommen.
| Der Anlass des großen Festes im Prunksaal der Akademie der Wissenschaften: EPAMEDIA feiert 2008 ein bedeutendes Jubiläum, nämlich 20 Jahre Präsenz in Osteuropa. Der prominente Stargast des Abends war der ehemalige deutsche Innen- und Außenminister Hans-Dietrich Genscher. In seiner Festrede lobte er den Außenwerbekonzern wegen seiner Weitsicht: „EPAMEDIA war mit ihrem Schritt Richtung Osten vorausschauender als manch kritischer, politischer Beobachter.“ Er spielte damit auf die Tatsache an, dass die Europäische Plakat- und Außenmedien GmbH, Österreichs führender Spezialist für Public Space Advertising, bereits 1988 - also noch vor dem Fall des Eisernen Vorhanges - den Markteintritt in Ungarn und damit den Aufbruch in eine neue Zeit wagte. „Die Teilung Europas, war eine Teilung der Welt“, lautet die These Genschers. Er interpretiert den Fall des Eisernen Vorhanges, der sich diesen November zum 19. Mal jährt, als Beginn der Globalisierung. „Heute, 19 Jahre später, sind die Staaten weltweit in gegenseitiger Abhängigkeit. Je nachhaltiger ein Ereignis, umso stärker die Auswirkungen auf den Rest der Welt. Wenn es einem großen Land, wie den USA, schlecht geht, bekommen das alle Teile der Welt zu spüren“, meint er in Anspielung auf die Finanzkrise. Genscher: Neue Weltordnung gefordert - die EU als Vorbild Die durch die US-Immobilienkrise ausgelöste weltweite Finanzkrise ist laut Genscher ein triftiger Grund, die Weltordnung neu zu überdenken: „Bringt die Größe eines Staates automatisch mehr Rechte oder mehr Verantwortung? Nein. Nicht das Recht des Stärkeren, sondern die Stärkung der Verantwortung ist das Gebot der Stunde.“ Er mahnt die Staaten aus der Geschichte zu lernen: „Es war ein Glück der europäischen Geschichte, dass sechs Länder die Europäische Gemeinschaft gegründet und dabei gelernt haben, wie die Großen mit den Kleinen umgehen müssen.“ Heute sei es nicht anders. Weltweite ökonomische Strategien seien ohne Indien, China oder Brasilien nicht mehr möglich. „Globale Fragen können heute nicht mehr entschieden werden, indem die einen die Richtung vorgeben und die anderen informiert werden“, so Genscher. Die Welt könne von Europa lernen. Der europäische Entwurf der EU solle Vorbild für eine globale Strategie sein. Finde kein radikales Umdenken und eine Neuausrichtung statt, stehe die Menschheit vor zwei unangenehmen Szenarien. Das erste sei das globale Chaos - ohne Regeln, Sanktionen und Verantwortung (Genscher nennt es die Chaosoption). Das zweite sei die Illusion, dass ein Land allein die Kraft habe, die globalen Regeln zu bestimmen, ohne diesen selbst unterworfen zu sein - à la USA. Die einzige Lösung ist laut Genscher die globale Kooperation, die von der Ebenbürtigkeit der Staaten ausgehe. Diesen Ansatz bezeichnet er als die europäische Option, die angesichts der weltweiten Finanzkrise eine Chance auf Verbesserung sei. |
|
Hans-Dietrich Genscher, ehem. Außen- und Innenminister |
|
Hans-Dietrich Genscher |
|
Hans-Dietrich Genscher |
|
Dr. Heinrich Schuster |
|
v.l.n.r.: Hans-Dietrich Genscher, Gabor Görgey, Dr. Heinrich Schuster |
|
|
|
|
Hans-Dietrich Genscher
Hans-Dietrich Genscher
Dr. Heinrich Schuster
v.l.n.r.: 