Berichte und Studien · 22.02.2011

13 Millionen Deutsche haben Interesse an einer intelligenten Heimvernetzung und Hausautomatisierung

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Was wäre, wenn sich der gesamte Haushalt per Smartphone von unterwegs aus programmieren und steuern ließe – egal, welcher Hersteller die einzelnen Geräte produziert hat? Oder sich das Licht automatisch aus- und einschaltet, wenn ein Raum verlassen und der nächste betreten wird? Was, wenn alle Filme, Fotos und Musikdateien überall im Haus gleichzeitig verfügbar wären, egal, wo sie gerade gespeichert sind? Oder der Stromverbrauch des gesamten Haushaltes in Echtzeit komfortabel am TV-Gerät abgelesen werden kann? 

Ob eine solche intelligente Heimvernetzung und Hausautomatisierung bei den Deutschen überhaupt ankäme und Potential hätte, wurde von Facit, dem Tochterunternehmen für Marktforschung und Beratung der Serviceplan Gruppe, in einer aktuellen Studie analysiert, die im Rahmen des vom BMWi geförderten Innovationszentrums »Connected Living« durchgeführt wurde. Das Ergebnis: Schon heute sind rund drei Millionen Menschen bereit, eine solche Technik zu nutzen – und 37 Prozent der deutschen Onlinebevölkerung, also über 13 Millionen Menschen, haben Interesse an einem intelligent vernetzten Heim.

München/Berlin, den 21. Februar 2011 — Wie praktisch, wenn sich per Handy kontrollieren ließe, ob das Garagentor zu Hause geschlossen ist. Oder wenn das Smartphone Zugriff auf den Stromzähler im Keller hätte und anzeigen würde, welche Geräte am meisten verbrauchen und ausgeschaltet werden könnten. Was wäre, wenn der Crosstrainer auf Basis des Kalorienverbrauchs mit dem Kühlschrank »kommuniziert«, ein ideales, mit dem Ernährungsplan abgestimmtes Abendessen zusammenstellt und rechtzeitig den Ofen vorheizt? Und wie wäre es, wenn all dies funktionierte, obwohl alle Einzelgeräte von verschiedenen Herstellern sind. Wunschdenken? Längst nicht mehr: Das Berliner Innovationszentrum Connected Living e.V. arbeitet an genau solchen branchenübergreifenden und herstellerunabhängigen Lösungen, um eine intuitive und intelligente Heimvernetzung zu erreichen. In Zusammenarbeit mit bislang 35 namhaften Branchenpartnern aus den Bereichen Kommunikation, Energie, Medien, Sicherheit oder Gesundheit werden technische Standards gesucht, mit denen Geräte in der »Wohnung der Zukunft« ohne technische Hürden miteinander kommunizieren können.

Ein vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördertes Forschungsprojekt von Connected Living, SEDICMA (Service Enabled Devices for Intelligent Connected Media Assistence), beschäftigt sich dabei mit der Entwicklung und Realisierung eben solcher Assistenzdienste, die zum Beispiel über eine zentrale Box im Haushalt unterschiedliche Geräte verschiedenster Hersteller dank eines gemeinsamen technischen Standards miteinander verbinden. Beteiligte Partner sind etwa die Deutsche Telekom, Loewe, Condat, ProSyst, Art+Com, der Connected Living e.V., das DAI-Labor der TU Berlin und Facit, die Marktforschungsexperten der Serviceplan Gruppe.

 

Grundlagenstudie zur Attraktivität von »Connected Living« 
Um die Relevanz, die Attraktivität und das Potential für das Konzept des »Connected Living« festzustellen, führte Facit eine onlinebevölkerungsrepräsentative Grundlagenstudie durch und befragte 1.517 Personen über Online-Interviews: Noch nie zuvor wurde in Deutschland das Thema Konvergenz – das Zusammenspiel der verschiedenen Geräte und die Verfügbarkeit der Medien auf ihnen – so breit betrachtet und abgefragt. Die Ergebnisse werden erstmals auf der diesjährigen CeBIT ausführlich vorgestellt.

Die Studienergebnisse belegen, dass das Konzept einer barrierefreien Heimvernetzung bei der Bevölkerung Deutschlands auf Interesse stößt: 37 Prozent der Befragten gaben an, sich für das Thema zu interessieren – das sind hochgerechnet etwa 13 Millionen Bürger (Basis: 35 Millionen Onlinernutzer in Deutschland). 29 Prozent dieser Interessierten wiederum zählen zu den so genannten »Early Adopter« – Menschen, die von sich behaupten, neue Produkte gerne als erste auszuprobieren und immer mit dem Stand der Technik zu gehen. Diese Gruppe hätte bereits jetzt die konkrete Bereitschaft, solche Angebote tatsächlich zu nutzen: »Für über drei Millionen Menschen ist ein problemlos vernetztes Zuhause demnach bereits ein relevantes Thema. Sie würden sich schon heute die nötigen Produkte für eine solche intelligente Vernetzung anschaffen – insgesamt kann von einem großen absehbaren Markt ausgegangen werden«, erklärt Katrin Meyer-Schönherr, Geschäftsführerin der Facit Research GmbH & Co.KG in München.

 

Größter Wunsch: Medieninhalte unabhängig von ihrem Speicherort abrufen zu können 
Natürlich interessieren sich die meisten Befürworter für technische Geräte oder technische Innovationen, die den Alltag erleichtern – alleinige Motivation für die Umsetzung eines solchen barrierefreien Konzepts in den eigenen vier Wänden ist damit jedoch noch nicht gegeben: Der persönliche Komfortgewinn spielt eine ebenso wichtige Rolle. Mit mehr als 80 Prozent bei der Gruppe der Interessierten ganz vorn mit dabei (auf die gesamte Onlinebevölkerung gerechnet: 30 Prozent): Die Möglichkeit, unterschiedliche Medieninhalte bequem und völlig unabhängig von ihrem Speicherort auf einem Endgerät abrufen zu können – also etwa den Urlaubsfilm auf dem Fernseher ansehen zu können, egal, ob er auf einem DVD-Rekorder, auf der Festplatte des Computers oder noch auf dem Camcorder gespeichert ist. Ebenfalls mit 80 Prozent (Gesamtonlinebevölkerung: 30 Prozent) gleich hoch im Kurs steht das Bedürfnis, die Haus- und Sicherheitstechnik – etwa die Jalousien, Heizung oder die Alarmanlage – von einem mobilen Endgerät aus direkt unterwegs kontrollieren zu können.

Weitere bevorzugte Nutzungsbereiche sind etwa die eingangs erwähnte Option, den Stromverbrauch einzelner Geräte effizient vom Fernsehen oder dem Smartphone aus visualisieren und steuern zu können (bei Interessenten: 75 Prozent, Gesamtonlinebevölkerung: 28 Prozent). Als sehr komfortabel würde empfunden, wenn das Musikangebot, die Lautstärke und die Beleuchtung im Haus automatisch auf die individuellen Bedürfnisse eingestellt werden könnten – gefolgt von »Follow-Me«-Funktionen, sodass Beleuchtung, Musik oder Fernsehbilder dem Nutzer auf seinem Weg durchs Haus automatisch folgen. Auf den Plätzen sechs und sieben folgen die Programmierung und Steuerung der Küchen- und Haushaltsgeräte wie Herd, Ofen, Dunstabzug oder Waschmaschine (je zirka 67 Prozent der Interessierten, Gesamtonlinebevölkerung: 25 Prozent); danach die Möglichkeit, Medien an Haushaltsgeräten zu nutzen – also etwa ein Kochrezept direkt vom Display am Kühlschrank ablesen zu können. Und 18 Prozent der Gesamtonlinebevölkerung und damit immerhin noch fast die Hälfte der Interessierten können sich vorstellen, die beim Heimtraining übermittelten Biodaten direkt mit individuellen Rezeptvorschlägen zu kombinieren und in Anspruch zu nehmen. »Beachtlich ist auch, dass sich Interessenten generell soziodemographisch kaum von den Nicht-Interessenten unterscheiden: Die sonst so oft üblichen Alters-, Einkommens- oder Geschlechtsunterschiede bestehen so gut wie gar nicht«, so Katrin Meyer-Schönherr.

Die Studienergebnisse zeigen, dass das Thema des intelligent vernetzten Heims in der Mitte der Bevölkerung angekommen ist.

Weitere Details der Studie erläutern Ihnen bei Interesse unsere Marktforscher von Facit – per E-Mail, am Telefon oder auch persönlich auf der CeBIT in Halle 19, Stand C20.

Gerne vereinbaren wir bei Interesse einen Termin!

Auf der CeBIT wird Connected Living auch die »Vision 2020« anhand dreier Szenarien (Single, Familie, Best-Ager) präsentieren: Weitere Informationen hierzu finden Sie unter http://www.connected-living.org/service/pressemitteilungen/

 

Über Connected Living
Das Innovationszentrum Connected Living e.V. dient der Förderung und Entwicklung innovativer, branchenübergreifender und herstellerunabhängiger Lösungen für die intuitive und intelligente Heimvernetzung. Ziel ist es, maßgebliche Partner aus den verschiedenen Anwendungsbranchen Kommunikation, Energie, Medien, Sicherheit und Gesundheit einzubinden, um mit neuen und zukunftsweisenden Möglichkeiten der intelligenten Heimvernetzung die Lebensqualität zu erhöhen und tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Connected Living soll zu Wachstum und Beschäftigung und zur weiteren Stärkung Deutschlands als konkurrenzfähigem Standort im internationalen Wettbewerb beitragen. Neben Alcatel-Lucent, der AOK, der Bundesdruckerei, Cisco und der Deutschen Telekom sind dort unter anderem Firmen wie E.ON Metering, Dr. Riedel Automatisierungstechnik, EnBW, Loewe, Miele und Vattenfall u.v.m. organisiert.

 

Über Facit
Facit ist ein innovatives Dienstleistungsunternehmen für Marktforschung und Beratung und gehört zur Serviceplan Gruppe. Facit entwickelt handlungsrelevante Entscheidungsgrundlagen auf Basis tiefer, aussagekräftiger Consumer Insights in Bezug auf alle Phasen der Produktentwicklung und Marketingwertschöpfung. Hierzu werden individuelle Analysemethoden und validierte Tools eingesetzt, die genauestens auf die Fragestellungen der Kunden abgestimmt sind. Besonders im Bereich der nutzerzentrierten Forschung verfügt Facit über fundierte Erfahrungen aufgrund zahlreicher Innovationsprojekte, im Rahmen derer Facit bereits in frühen Entwicklungsphasen die Bedürfnisse der Nutzer in den Vordergrund der Entwicklungsarbeit gestellt und qualitativ sowie quantitativ analysiert hat.

 

Link: Studiendesign als PDF

 

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